Geld sparen macht arm

Geld entstand ursprünglich aus dem Bedarf heraus beliebige Waren und Dienstleistungen miteinander zu vergleichen. Mit der Zeit wurde aus dem realen Geldwert ein rein abstrakter Wertbegriff. Mit der Geburt der Habenszinsen entstand auch der Wunsch Geld von selbst zu vermehren und gleichzeitig der Anreiz es auf der Bank zu horten.

Doch der Wirtschaftskreislauf besteht aus einem ständigen Tauschen von Geld in Waren/Dienstleistungen und retour. Man nimmt an der einen Stelle Geld aus dem Kreislauf um es an einem anderen Punkt wieder in den Kreislauf zu geben. Ist nun nicht genug Geld im Kreislauf vorhanden, so kommt das System ins Stocken.  Am Ende sind immer noch alle Waren da die die Gesellschaft braucht, aber keiner kann sie nutzen da nicht genug Geld in Umlauf ist um sie zu verteilen.

Sparen entzieht der Gesellschaft Geld

Doch wie verschwindet Geld nun aus dem Kreislauf? Wenn wir es von seinem wahren Zweck entfernen und versuchen zu horten. Lassen wir Geld auf der Bank liegen damit es sich dort vermehrt, so ist es für den Kreislauf unerreichbar.  Je mehr Geld wir auf unserem Konto anhäufen, desto mehr entziehen wir dem Kreislauf, desto mehr stockt das System und desto weniger Geld haben wir täglich zur Verfügung.

Dies ist jetzt aber keine Verurteilung von Reichtum. Reichtum stört das System in keinster Weise. Verwende ich mein Geld zum Beispiel um ein Haus zu kaufen, so leite ich es zurück in den Kreislauf. Und hat ein “Millionär” nun 50 Häuser, 20 Yachten und 10 Inseln, so ist er zwar sehr reich, hat damit aber kein Geld aus dem Kreislauf gehalten.

Wenn wir unsere Wirtschaft und damit auch unseren eigenen Lebensstil verbessern wollen dürfen wir also nicht danach trachten soviel wie möglich am Konto zu horten. Sondern Geld in Umlauf halten. Nicht mehr ausgeben als man erhält, aber es auch nicht unbegrenzt horten. Denn damit bleibt es in Umlauf und läuft somit auch in größerer Menge wieder zu uns zurück.

Beispiele sagen mehr als Worte

SparenMachtArm1Betrachten wir einen sehr kleinen Wirtschaftsraum mit einem Winzer, einem Bäcker und einem Wirt. Jeder von ihnen startet mit 40€. Jeden Morgen kauft der Winzer beim Bäcker Brot für den Tag für 20 €, mittags kauft der Wirt beim Winzer Wein für 20 € und abends geht der Bäcker ins Wirtshaus und isst und trinkt für 20 €. Die 20 € fließen also schön im Kreis und jeder ist glücklich.

 

SparenMachtArm2Nehmen wir an der Bäcker entscheidet sich eines Tages nur mehr für 10 € Essen zu gehen und die gesparten 10 € unter das Kopfkissen zu legen. Am Ende des Tages hat der Wirt einen Umsatzeinbruch von 50% und nur noch 30 € zur Verfügung.

SparenMachtArm3Beim Winzer läuft noch alles wie gewohnt und am nächsten Morgen kauft er wieder Brot für 20 €. Doch mittags kauft der Wirt aufgrund der gesunkenen Nachfrage nur noch Wein für 10 €. Der Bäcker geht wieder für 10€ essen und legt die gesparten 10 € unter das Kissen.

SparenMachtArm4Nun muss auch der Winzer den Gürtel enger schnallen und kauft nur noch für 10 € Brot ein, der Wirt kauft aufgrund der konstant niedrigen Nachfrage weiterhin Wein für 10 € und nun merkt auch der Bäcker die “schlechte Wirtschaftslage” im täglichen Umsatz wodurch er nichts mehr zur Seite legen kann aber weiterhin nur für 10 € essen gehen kann. Ihm ist hier natürlich nicht klar das er selbst Schuld an seinem Umsatzrückgang hat sondern macht die achso komplizierte Wirtschaftslage dafür verantwortlich.

In Summe fühlt er sich auch noch bestätigt das er zuvor Geld auf die Seite gelegt hat für schlechte Zeiten. Denn im Gegensatz zum Winzer und zum Wirt die genauso über die schlechte Situtation klagen, hat er einen gut gefüllten Polster. Durch das Sparen des Bäckers ist im gesamten Kreislauf das Budget für die täglichen Ausgaben um 50% gesunken. Die Menschen fühlen sich arm weil sie weniger Geld zum Leben haben.

Aber es hat sich an der Produktionsleistung nichts geändert, alle könnten weiterhin für 20 € produzieren, es fehlt nur das Geld im Kreislauf damit die Waren auch getauscht werden können. Nimmt sich jetzt der Winzer auch noch ein Beispiel am Bäcker und reduziert seine täglichen Ausgaben für 3 Tage um Geld auf die Seite zu legen, so kommt der Kreislauf womöglich ganz zum erliegen.

SparenMachtArmbestEntscheiden sich dagegen alle täglich etwas mehr von ihrem Kapital in Umlauf zu bringen so fließt es am Ende des Tages auch wieder zu Ihnen zurück. Im besten Fall sind am Schluss die gesamten 40 € in Umlauf und das tägliche Budget hat sich verdoppelt. Absolut gesehen ist nicht mehr Geld vorhanden, an jedem Abend hat auch noch jeder gleich viel wie zuvor, aber durch den höheren Durchfluß kann sich jeder “mehr leisten”, die Produktion steigt, die Wirtschaft floriert und die Menschen fühlen sich reich.

Das Geld muss unter die Leute

Es fließen immer genau soviele Waren durch den Kreislauf, wie Geld im Umlauf ist. Kommt der Geldfluß ins Stocken, so stockt auch der Warenkreislauf.

Folgen wir also dem alten Sprichwort und bringen wir das Geld unter die Leute. Denn in einem aktiven Wirtschaftskreislauf fließt das Geld auch wieder stärker zu uns zurück.

 

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